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Geschichte

Über 40 Jahre Hafenbar – Berlins älteste Diskothek

Original-Logo

Das Original-Logo

Der Name “Hafenbar” steht seit 49 Jahren für Feierkultur in Berlins Mitte. Seit fast 5 Dekaden knarzen also die alten Schiffsplanken unter den Holzbeinen von drei Generationen Tanzpiraten. Kaum an Bord, fühlt man sich, als würde man auf eine lange Reise gehen – zwischen Fischernetzen, beleuchteten Bullaugen, abgewetzten Holzplanken und Weltkarten weht immer noch der Duft des Abenteuers auf hoher See. Seit die Hafenbar ins Berliner Nachtleben ablegte, herrschte stets hoher Wellengang rund um den kultigen Partykutter.

Kapitän Klaus

Die Geschichte der Hafenbar steht und fällt mit ihrem Kapitän Klaus Zagermann.

Als dieser im Jahre 1957 in der bekannten Tanzbar „Clou“ als Lehrling anheuerte, konnte er noch nicht wissen, dass das „Clou“ einmal „Hafenbar“ heißen – und er dort das Ruder übernehmen sollte.

Der Führungswechsel  vollzog sich 1967, als man für das „Clou“ ein neues Konzept suchte. Vorgabe der HO-Führung: Maritim sollte es sein, denn die DDR wollte sich damals weltoffen geben! Kapitän Zagermann  ließ „Klar Schiff“ machen und verwandelte das ehemalige „Clou“ in einen Hafen voller maritimer Erlebnisse.

Zagermann „Trotzdem mussten wir improvisieren. Weil wir kein Material für eine Holzvertäfelung unter der Decke hatten, haben wir uns für ein Fischernetz entschieden“. Und auch die aus alten Ankern zu bauenden Hocker, wurden wegen der Gästesicherheit durch die noch heute gerne benutzten Schiffsschaukeln ersetzt. Die Patenschaft mit der HO Rostock bescherte der „Hafenbar“ diverse Mitbringsel des Bananendampfers „Theodor Storm“ und eine Mitarbeiterin der Rostocker HO entwarf das heute noch genutzte Logo der „Hafenbarbar“ in Form eines Papierschiffchens.

Der Vergnügungsdampfer sticht in See

Die damaligen Attraktionen der frisch eröffneten „Hafenbar“ waren dann auch wirklich eine Reise wert: Aquarien mit exotischen Fischen, eine Grillbar, ausgefallene Cocktails wie der Steife Seemann und Parties mit den abenteuerlichen Namen: Piratenfest oder  Seemannsabend lockten Heerscharen von Gästen an. Gerade zu Fasching tauchte der DDR – Vorzeigebetrieb in Brigadebüchern gerne als „Erlebnis Hafenbar“ auf und leistete somit auch bei den eher karnevalsfremden Preußen für eine Verbreitung der Maskerade.

Nixenball

Nixenball

Besonders beliebt war auch der „Nixenball“, der jeden Montag stattfand. Das Besondere hier: Damenwahl und extrem viele liebeshungrige Maurer, die am Aufbau Ost-Berlins mitwirkten. Denn seitens der Arbeit war Montag frei, doch zu Hause bei Mutti wurde er dennoch gern als Arbeitstag verkauft, um dann derbe zu feiern.

Als Tanzbar mit „Live Musik“ wurde die „Hafenbar“ schnell bekannt. Mancher, der später Karriere machte, ging seine ersten Schritte auf dem Deck der „Hafenbar“. Heinz Drähn, Horst Wiemere und Gustav Müller von der „Distel“ sorgten fürs Lachen. Johnny Hill, Rex Gildo, Brit Kersten, Andreas Holm und Rosemarie Ambe für die gute Stimmung. Und die Damen vom nahen Friedrichstadtpalast zeigten oft ihre langen Beine.

Der richtige Rhythmus kam von Kapellen wie der „Silbercombo“ oder dem „Nonchev Trio“. Joro Gogow, der Geiger des Trios – später berühmt für sein Geigenspiel in City’s „Am Fenster“ – fand auch in der „Hafenbar“ sein erstes Publikum. Bekannt wurde die „Hafenbar“ vor allem aber auch durch die die Rundfunksendung „Hafenkonzert“. Eine Sendung der „Stimme der DDR“, die in der „Hafenbar“ aufgezeichnet wurde.

Balkan Beats und der kalte Krieg

Wenn heute von Balkan Beats gesprochen wird, sollte auch die „Hafenbar“ erwähnt werden. Denn in den Sechzigern und Siebzigern war vor allem auch Musik des damaligen Ostblocks in der „Hafenbar“ präsent.

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Zagermann: „Es war gerade REW-Minstertagung in der Stadt und als die tschechische Kapelle mitbekam, daß ein tschechischer Minister unter den Gästen war, warfen sie alles unnötige musikalische über Bord und spielten den ganzen Abend nur tschechische Volkslieder – sehr zum unwohl des anderen Gäste“. Die „Hafenbar“ gehörte zur Protokollstrecke des Ministerrates und somit zum offiziellen Staatsprogramm. Als sich der bulgarische Staatspräsident Todor Schivkov  ankündigte, wunderte sich Zagermann über die plötzliche Verdopplung seines Personals. „Zu jedem Koch den wir hatten, gab es auf einmal einen weiteren von der Staatsicherheit, die haben dann aber eher ihr eigens Süppchen gekocht“ erinnert sich Zagermann. „Meinen eigenen Stasimitarbeiter kannte ich  lange nicht“, so Zagermann. „Erst als einem unserer Stammgäste an der Garderobe die Pistole aus der Jackentasche fiel, wusste ich wer  mein Ansprechpartner war.“

So sehr man sich auch anstrengte  –  eine richtige Spelunke mit Agentengeschichten wurde die „Hafenbar“ nur in Erzählungen. Nicht ganz unschuldig daran war sicherlich auch die Fernsehserie „Blaulicht“, von der einige Folgen in der Hafenbar gedreht wurden.  Neben solchen Räuberpistolen lief in der „Hafenbar“ eigentlich ansonsten der Betrieb normal: „Wenn es an der Tür Probleme gab, half einer der Musiker aus, bis manchmal von einer Fünfer-Kapelle nur noch einer auf der Bühne stand, aber eigentlich lief es immer ruhig und gesittet zu“.


Kurs Ost-West

1974 kam mit dem Passierschein-Abkommen auch für die „Hafenbar“ die erste Öffnung gen Westen, als mit einem SFB-Team das erste Mal westdeutsche Journalisten die (fern)östliche Erholungsinsel entdeckten.

Als 1989 die Wende über die Hafenbar schwappte, merkte man dieses zuerst daran, dass am Tag der Maueröffnung kein Personal zum Dienst erschien. „Als ich dann im Westfernsehen die Bilder sah, habe ich mich mit einer verbliebenen Mitarbeiterin unten an die Tür gestellt und haben aus der Eingangstür den Sekt flaschenweise verkauft, das ging ein paar Tage so“, erzählt Klaus Zagermann“.  Nach den ersten heißen Monaten legte sich die Euphorie wieder und mit dem Zusammenbruch der DDR war Klaus Zagermann herausgefordert die Segel für ein „neues Nachtleben“ zu setzen. Er pachtete die „Hafenbar“ vom „neuen alten Besitzer“, einem reichen Geschäftsmann aus New York, der das Objekt durch Rückübertragungsansprüche erhalten hatte. Im Zuge der neuen Zeit wurde über Nacht die Stromzufuhr gekappt und Zagermann fand eines Morgens die Aquarien mit kaltem Wasser und toten Fischen vor. Neben den Aquarien musste auch die Hälfte der Fläche geopfert werden, die nun zum Nebenhaus mit neuem Besitzer gehörte – so strab zum Beispiel die „Grillbar“ und die Toiletten wurden ein Stockwerk höher verlegt.

Aus den Live-Kapellen wurden Diskotheker (oder DJ’s wie man im Westen sagte) und eine zeitlang versuchte es man auch mit Striptease – zu Ostzeiten absolut undenkbar. Unter dem umtriebigen West -Partyvolk wurde die „Hafenbar“ schnell als Unikat bekannt. Parties des Stadtmagazins „PRINZ“ und Easy-Listening Abende mit dem „Hammond Inferno“ wurden zwar stadtbekannt, aber lieferten keinen längerfristigen Erfolg.

Stimmen in Aspik und Stimmungsfaktor 312

1996 sollte sich der Wind drehen: Die “Stimmen in Aspik und ihre ganze Welt des deutschen Schlagers” ka(s)perten die Hafenbarbar und zelebrieren seit fast einer halben Generation mit Kapitän Zagermann ostwestdeutsche Völkerfreundschaft. Radio Eins Moderator Stefan Rupp und der Fabulöse Fabian, manchen eher geläufig als der Funky Reverend (bürgerlich Fabian Böckhoff), absolvierten schon zwei erfolgreiche “Stimmen in Aspik-Parties” im Berliner 90°, bis ein anderer, besonderer Ort hermusste um Berlins wachsender Schlagerjüngerschar gerecht zu werden: Die Hafenbar!!

Klaus Zagermann, Fabian Böckhoff, Stefan Rupp

Klaus Zagermann, Fabian Böckhoff, Stefan Rupp

Seit März 1996 heisst es immer pünktlich um 21 Uhr „Leinen Los“ und das Clubschiff wird zum Treffpunkt zahlreicher singender Nixen und Matrosen. Während so manch anderer Seestern im Berliner Nachtleben erst um 01.00 Uhr an Deck auftaucht, ist bei der Hafenbar da schon lange Hochbetrieb, nebst Schlange am Pier – ganz wie zu alten Zeiten. Ein Stimmungsmeer wogender Hände und zarter Stimmchen ist wieder zum Markenzeichen der Hafenbar geworden. Das Partyvolk tanzt zu den Klängen von DJ Liebesspieler, Claire Grube, Engel Bert, Flora Soft, Lars Vegas und Supa Sushi. DJ’s, die im richtigen Leben als Hockeytrainer, Frisör, Krankenschwester und Erzieherin arbeiten. Und es gibt natürlich auch noch Helga, die Seele der “Hafenbar” – sie ist Deutschlands Toilettenfrau  des Jahres 2002 geworden!

Neue Leuchttürme

Aufgrund des Grundstückverkaufs in der Chaussestr. 20 musste der gastronomische Betrieb der Hafenbar im Mai 2016 an der Alexanderplatz umziehen. In einer Nacht und Nebel Aktion nach der letzten Party in der alten Hafenbar entzurrten die Mitarbeiter das legendäre Fischernetz  und montierten die Bullaugen ab. Seitdem erstahlt alles am neuen Ort in der Karl Liebknecht Str. 11 mit unverbautem Blick auf den Fernseh…ähhh Leuchtturm.

 

Sonderartikel Berliner Morgenpost zum 40 jährigen Jubiläum der Hafenbar

Sonderartikel Berliner Zeitung zum 40’zigsten Geburtstag der Hafenbar